Lehrerblog, Schulleben

8 Tipps für einen erfolgreichen Elternsprechtag

Der Elternsprechtag ist gefürchtet. Völlig zu unrecht zeigen meine 8 Tipps.

via pixabay.comCreative Commons Zero Lizenz

 

Heute ist der Tag der Tage. Der Tag, an dem wir alle von 18 bis 21 Uhr in der Schule verbringen: Der Elternsprechtag. Wir haben es diesbezüglich, abgesehen von der späten Uhrzeit, gut: Wir vergeben im Voraus Termine, die wir zusammen mit den Schülern vereinbaren. Jeder weiß also genau, um welche Schüler es gehen wird. Nachdem ich den Elternsprechtag heute erfolgreich hinter mich gebracht habe, möchte ich euch zu später Stunde meine 5 Tipps für einen erfolgreichen Elternsprechtag verraten.

 

Tipp 1: Bereite dich vor!

Das geht natürlich nicht immer, denn nicht alle Schulen arbeiten mit Terminen. Dennoch solltest du im Blick haben, wer den Bedarf an einem Gespräch haben könnte. Welche Schüler zeigten in der letzten Zeit Leistungseinbrüche oder stehen notentechnisch eher schlecht? Welche Schüler könnten wegen des Faches Probleme in der Versetzung bekommen? Vor allem diese Eltern könnten Interesse an einem Gespräch mit dir zeigen. Überlege dir also im Voraus, welche Probleme bei welchen Schülern vorliegen.

Wenn du weißt, wer dich am Elternsprechtag aufsuchen wird, macht es dir deine Arbeit noch leichter. Mein Tipp: Drei Stichpunkte zu jedem Schüler aufschreiben.

 

Tipp 2: Suche auch von dir aus das Gespräch!

Der Elternsprechtag ist natürlich einerseits die Möglichkeit für die Eltern, die Lehrer ihrer Kinder kennenzulernen und Probleme anzusprechen. Gleichzeitig ist es aber deine Chance als Lehrer ins Gespräch mit den Eltern deiner Schüler zu kommen. Gründe dafür können vielfältig sein. Eines ist aber klar: Sei nicht passiv, sondern gehe auch du auf die Eltern zu!

 

Tipp 3: Bitte deine Schüler hinzu!

Wenn man sich alleine den Namen durchliest: “Elternsprechtag”. Sagt schon alles aus, oder? Eltern erwünscht. In der Vorstellung vieler Lehrer finden die Gespräche immer nur zwischen Eltern und Lehrer statt. Doch damit verschenkst du viel Potenzial! Wer kann besser einschätzen, wie man ein Problem lösen kann als der Betroffene selbst? Dinge über den Kopf eines Schülers hinweg zu entscheiden, kann auch nach hinten losgehen. Wenn du Schüler mit einbeziehst, eröffnen sich dir vielleicht sogar ganz neue Perspektiven. Auf jeden Fall aber ist die Anwesenheit deiner Schüler eine Bereicherung.

 

Tipp 4: Führe die Gespräche ziel- und ressourcenorientiert!

Das Thematisieren des Problems an sich wird aus meiner Sicht oft überbewertet. Nicht nur können Schüler sich schnell bloßgestellt fühlen, auch die Eltern, um deren Schützling es im Gespräch geht, könnten blockieren. Wichtig ist doch, was du zusammen mit dem Schüler erreichen willst und wie ihr dies erreichen könnt. Dafür ist es von Bedeutung, herauszuarbeiten, worauf ihr aufbauen und welche Stärken des Schülers ihr dafür nutzen könnt. Setze den Fokus also auf euer Ziel und euren Weg dorthin. Damit hast du Eltern und Schüler auf deiner Seite.

 

Tipp 5: Achte auf deine Wortwahl!

Dass Elterngespräche konstruktiv geführt werden sollten, ist kein Geheimnis und wird dir bewusst sein. Besonders hilfreich ist es dafür, vor allem Beobachtungen zu äußern. Spiegel das, was du im Unterricht wahrnimmst und achte darauf, diese Beobachtungen nicht zu bewerten. Das hört sich einfach an, ist es aber keineswegs. Oftmals verfallen wir ganz unbewusst in eine interpretierende Rolle, ohne es eigentlich zu wollen. Überlege also lieber zwei Mal, bevor du deine Gedanken aussprichst.

 

Tipp 6: Fertige dir Notizen an!

Du wirst in den meisten Fällen Vereinbarungen mit Eltern und Schülern treffen. Ungünstig ist, wenn du nach sechs Gesprächen nicht mehr weißt, was du mit Elternpaar 1, 2 und 3 besprochen hast. Also: Notizbuch auf, Kugelschreiber bereithalten und Gesprächsnotizen anfertigen. So bist du auf der sicheren Seite und vergisst ganz sicher nicht, deine Vereinbarungen auch einzuhalten. Und nimm bitte Abstand von einer losen Zettelwirtschaft. Das wirkt nicht nur unprofessionell und unorganisiert, sondern kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn plötzlich Zettel verloren gehen.

 

 Tipp 7: Sei du selbst!

Elternsprechtag ist auch ganz viel Lehrer Kennenlernen. Ein paar Eltern, die sich bei dir vorstellen, wollen nur nebensächlich etwas über ihre Kinder erfahren. Das passiert vor allem bei den Schülern, bei denen du eher geringen Redebedarf siehst, weil es keine Auffälligkeiten gibt. Auch Eltern sind neugierig, wer da in der Schule gerade den Unterricht leitet. Nimm es ihnen also nicht übel, sondern sei einfach du selbst. Wer authentisch ist, freundlich und aufgeschlossen, hat schon halb gewonnen. Ein bisschen Small Talk sollte also auch zu deinem Repertoire zählen

 

Tipp 8: Sieh die Gespräche als Chance!

So lange in der Schule zu bleiben, kann lästig sein. Ganz klar! Doch ändern lässt es sich ohnehin nicht. Was also tun? Das Ganze positiv sehen! Bist nicht auch du ein bisschen neugierig, wer da so hinter deinen Schülern steht? Ich finde die Gespräche mit Eltern stets unheimlich interessant und aufschlussreich. Dabei erfährst du oft interessante Dinge über deine Schüler, die dich besser verstehen, und ganz neue Perspektiven erkennen lassen.

 

Wie du siehst, ist der Elternsprechtag kein Hexenwerk. Wichtig ist, sich nicht zu verstellen, sondern ganz bei sich zu bleiben. Der Rest kommt dann von ganz alleine.

Erzählt mir von euren Erfahrungen mit dem gefürchteten Elternsprechtag! Habt ihr besonders tolle oder schlimme Geschichten oder den ultimativen Tipp auf Lager? Ich bin gespannt!

Wenn euch mein Beitrag gefällt, liket doch meine Facebook-Seite! Ich freue mich über jeden neuen Follower   Hier entlang: Like für meine Facebook-Seite