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Ein Brief an meinen Opa

Ein Brief an meinen Opa

Heute ist der Geburtstag meines vor fast sechs Jahren verstorbenen Opas. Der 28. Januar ist für mich seitdem ein Tag voller Erinnerungen und auch Traurigkeit. Es wird heute also persönlich in einem Brief an meinen Opa.

 

Ein Brief an meinen Opa

Lieber Opa,

heute ist der 28. Januar. Und jedes Jahr aufs Neue erfüllt mich der Tag mit Traurigkeit. Heute wärest du 85 Jahre alt geworden.

Ich denke oft an dich. Wir beide hatten immer eine ganz besondere Beziehung. Schon als kleines Kind konnte ich dich gut um den kleinen Finger wickeln, sagen alle. Das hat sich auch später nicht geändert: Du hast immer Alles für mich getan und stets deine schützende Hand über mich gehalten. Auch und vor allem, als ich vor dem Abitur zu euch zog und fortan auch Teil eures Haushalts war. Ich habe dich unendlich geliebt. Als du vor fast sechs Jahren von uns gegangen bist, hat es mir das Herz gebrochen.

Auch heute noch stehen hier bei uns viele Erinnerungsstücke, die uns an dich erinnern. Der Engel, den du vor vielen Jahren aus Holz gefertigt hast, hängt nun an der Kinderzimmertür deiner Urenkelin. Sie sagt dir jeden Abend “Gute Nacht, Uropa”. Ich habe ihr immer mal wieder Fotos von dir und Oma gezeigt. Leider hast du unsere Kleine nicht mehr kennenlernen können. Du hättest deine helle Freude an ihr gehabt. Und sie an dir. Sie hätte sofort erkannt, welch wertvoller Mensch da vor ihr steht.

Wenn ich darüber nachdenke, wie es wäre, wenn du noch hier wärst, kann ich es dir ganz genau sagen. Ich sehe vor meinem inneren Auge, wie du in deinem geliebten Sessel sitzt, wie du es so oft getan hast. Du hast deine Lesebrille auf der Nase und ein Buch in der Hand. Es ist ein historischer Roman. Irgendein guter, den du mir danach zum Lesen geben wirst. Unsere Kleine wuselt um dich herum, versucht deine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich höre sie vor Freude jauchzen und ausgelassen lachen, während du lustige Grimassen schneidest. Es wäre genauso, da bin ich mir 100%ig sicher. Ich weiß, sie hätte dich im Handumdrehen um den Finger gewickelt wie ich es als kleines Mädchen schon konnte. Sie hätte dich genauso geliebt wie ich dich.

Ich bin mir sicher, dass du von oben auf uns herabschaust und auf uns aufpasst. Doch lieber wäre mir, wenn du hier bei uns wärst und unser Leben weiterhin mit so viel Freude und Liebe bereichern würdest.

Lieber Opa, du merkst: Du fehlst hier. Sehr sogar.

Deine Jenny