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Die Frage, die ich nicht mehr hören kann

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind? Ich kann die Frage einfach nicht mehr hören.

1045373 via pixabay.comCreative Commons Zero Lizenz

 

Ich plaudere heute mal aus dem Nähkästchen. Es gibt eine Frage, die immer wieder an mich gerichtet wird. Und damit meine ich wirklich: Immer und immer und immer wieder. So oft, dass ich es schon gar nicht mehr hören kann. Es ist vermutlich das Schicksal aller Eltern, die ein Kind haben. Irgendwann kommt der Moment und die Frage aller Fragen fällt zum ersten Mal: “Und? Wann kommt ein zweites Kind?” Mittlerweile habe ich die Frage gefühlte 1000 Mal gehört und ich denke nur noch: Was geht es dich an?

 

Wie ich mir Familie ausgemalt habe

Wenn man mich früher gefragt hat, wie ich mir meine Zukunft vorstelle, war ich mir bei einem sicher. Mit spätestens Mitte 20 wollte ich Mutter werden. Cool, jung und entspannt. Und etwa zwei Jahre später käme das zweite Kind. Mehr als zwei Kinder wollte ich nie. Als es dann soweit war, war mir ziemlich schnell klar, dass das nichts wird. Nicht, weil es nicht möglich gewesen wäre, sondern weil ich es zu dem Zeitpunkt einfach nicht wollte. Ich denke nicht, dass es verwerflich ist, seinen Lebensplan einmal umzukrempeln.

 

 Wie das Leben so spielt

Jeder, der den Blog schon etwas verfolgt, weiß, dass sich das mit dem Altersabstand ebenfalls erledigt hat. Es ist schon lustig, wie man sich von seinen Vorstellungen verabschiedet, wenn man dann mal in der Situation ist. Als Argument für einen geringen Altersabstand fällt oft der Hinweis, dass Kinder, die etwa zwei Jahre auseinanderliegen, toll miteinander spielen und eine engere Bindung zueinander aufbauen können, von Anfang an.  Es ist nicht so, dass ich so etwas nie gedacht oder sogar ausgesprochen hätte.

Doch dann kam unser Erdbeermädchen auf die Welt. 1,5 Jahre lang durfte ich mich kaum in einen anderen Raum bewegen. Keinen Abend hatte ich für mich. Nicht mal der Kinderwagen war nah genug, so dass ich sie eigentlich permanent trug. Immer in meiner Nähe. Auch eingeschlafen ist sie nur in meiner Nähe, auch Papa war nicht genug. Sobald ich mich entfernte, selbst wenn sie schon lange eingeschlafen war, war sie wieder wach und schrie. Ich fühlte mich in der Zeit vollkommen fremdbestimmt und hilflos. Ich war innerlich einsam. Es drehte sich alles um das Kind und ich hatte keine Zeit nur für mich.

Vielleicht ist es vor diesem Hintergrund gar nicht weiter verwunderlich, dass ich bisher kein zweites Kind wollte. Irgendwann – ja. Jetzt? Nein.

 

Wann ein zweites Kind?

Wenn ich die Frage höre, wann ein zweites Kind kommt, würde ich mittlerweile am liebsten sagen, dass das allein meine Angelegenheit ist. Ich möchte weder Rat noch Hinweise noch mich dafür rechtfertigen müssen, dass ich mir ein zweites Kind noch nicht vorstellen kann. Doch ich bin ein immer freundlicher Mensch und oft ist diese Frage ja keinesfalls böse gemeint. Dennoch kann ich mich nicht entsinnen, andere mal danach gefragt zu haben. Es ist sicherlich ein Thema, das aufkommen kann, wenn man befreundet ist, doch häufig fällt die besagte Frage nicht unbedingt bei engen Freunden, sondern bei Bekannten.

Meine Einstellung zu dem Thema hat sich einfach grundlegend verändert. Ich finde es mittlerweile in der Tat vorteilhaft, wenn ein Geschwisterkind schon so groß ist, dass es die Veränderungen in der Familie nicht nur spürt, sondern auch verstehen kann. Wenn es versteht, dass es jetzt das große Geschwisterkind ist und erwachsener als das Baby.

Bedürfnisse von Babys wollen und sollen umgehend gestillt werden. Für ein kleines Kind ist das nicht immer verständlich und je bewusster es dem Geschwisterkind ist, dass es jetzt sein kann, dass es vorkommen kann, dass es auch mal zurückstecken muss, desto besser. Gleichzeitig kann ein älteres Geschwisterkind eine sehr enge Bindung zum Baby aufbauen und wird sich sein Leben lang an diese Zeit erinnern.

Was nun besser ist – ein geringer oder größerer Altersabstand – wer weiß das schon? Es gibt da kein richtig oder falsch. Aber für uns ist der größere Altersabstand genau richtig. Wir genießen die Zeit gerade richtig. Die aufkeimende Selbstständigkeit, die tolle Entwicklung des Erdbeermädchens und dass nun alles etwas entspannter ist als zur Babyzeit. Und wann kommt ein zweites Kind? Dann, wenn es Zeit dafür ist. Und das ist nicht jetzt und auch nicht morgen.

Erzählt mir doch von euch! Kennt ihr die Frage auch so gut wie ich? Für welchen Altersabstand habt ihr euch entschieden? Habt ihr es bereut? Ich freue mich auf eure Kommentare

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