Mamablog, Mamaleben

Leseempfehlungen Okt./Nov. 2016

Leseempfehlungen Oktober-November-2016

In meiner Kategorie Leseempfehlungen möchte ich euch meine persönlichen Highlights an’s Herz legen. Innerhalb der Welt der Mama-, Papa- und Familienblogs ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Aus diesem Grund möchte ich euch die Artikel vorstellen, die mich besonders berührt, mich nachdenklich gemacht oder überzeugt haben. Artikel, die mich auf einem der zahlreichen Social Media-Kanäle erreicht haben und für mich aus der Masse hervorgestochen sind.

Staub stört Kinder nicht beim Spielen

Ich bin über den Brief an eine Gästin des Blogs Geborgen Wachsen gestolpert und habe mich derart in ihm wiedergefunden, dass ich ihn mit euch auf diese Weise teilen möchte. Auch ich sehe mich oft diesen Gedanken gegenüber, insbesondere bei meinen kinderlosen Freunden.

Wenn ich Gäste einlasse in mein Haus, dann freue ich mich darüber. Ich freue mich, mein Leben mit anderen zu teilen und einen Einblick in mein Leben zu geben. Mein Haus, meine Wohnung erlaubt den tiefsten Einblick in mein Leben, den ich gewähren kann. Hier sieht man, wo und wie wir leben. Man sieht die Bücher, die wir lesen, das Essen, das wir zu uns nehmen, die Spielsachen, mit denen die Kinder spielen – ja sogar, womit wir uns die Zähne putzen. Das alles ist mein Leben.

Plädoyer für mehr Ehrlichkeit

Ich musste wirklich herzhaft lachen über einen Artikel von FILEA. Die Kernaussage ist aber haargenau richtig: Wo bleibt die Ehrlichkeit? Da ich selbst eine Person bin, die lieber gerade heraus agiert und sich damit nicht immer Freunde gemacht, kann ich gar nicht anders als euch den Artikel 15 Dinge, die eine Mutter niemals offen sagen würde zu empfehlen.

Ich lese immer wieder Artikel, in denen es darum geht, wie sehr Mütter ihre Kinder lieben und vermissen, sobald sie nur aus Tür heraus sind. Das finde ich auf der einen Seite schön. Die Kinder sollen wissen, dass wir sie unendlich gern haben, ganz egal, was sie tun. Aber wo sind die Artikel, die beschreiben, dass das Muttersein auch ziemlich anstrengend ist und man jetzt einfach gerne mal die Tür zumachen würde und 5 Minuten seine Ruhe haben möchte? Leider existieren davon noch sehr wenige.

Wenn Ärzte dich nicht ernst nehmen

Ich bitte zu entschuldigen, dass ich erneut einen Artikel des Motherhoodblogs empfehle (das ist keinerlei Abkommen geschuldet!), aber als medizinisch bewanderter Mensch mit Erfahrungen im Krankenhausalltag habe ich mich nach dem Lesen von Wie mein Sohn fast verhungerte – Pylorusstenose direkt in meine frühere Arbeit versetzen müssen und weiß wieder ganz genau, warum ich mich beruflich in eine ganz andere Richtung orientiert habe. Dass Ärzte sich oft wie Götter in weiß fühlen und Hinweise nur schwer annehmen können, ist leider ein weit verbreitetes Phänomen, das zusammengemischt mit zahlreichen Einsparungen im medizinischen Bereich eine tödliche Konsequenz haben kann. Gott sei Dank hatte die Odyssee in diesem Fall ein gutes Ende!

Doch ich stand in dieser Notaufnahme nicht nur als Mutter. Ich war auch fachlich angesprochen. Als gelernte Krankenschwester . Habe jahrelang die Routine der unfallchirurgischen Notaufnahme hinter mir. Und 2011 ein Studium zum Physician Assistant begonnen. Und 6 Wochen nach der Geburt meiner Tochter summa cum laude abgeschlossen. Ich fragte die Ärztin also direkt, ob es nicht auch eine PS sein kann und warum sie nicht schnell einen Schallkopf draufhält, um diese sicher auszuschließen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich ließ mich abwimmeln. Die Diagnose: Blähungen. War dem Mutterherz aber auch so viel lieber. Damit konnten wir arbeiten.

Mobbing: Ein Tabu-Thema

Vielleicht liegt es an meiner Berufswahl, aber der auf Essential Unfairness veröffentlichte offene Brief an die Tochter, die zum Mobbing-Opfer geworden ist, hat in mir viele Emotionen hervorgerufen: Empathie, Trauer, Entsetzen, Wut, Unverständnis. Das Thema Mobbing gehört an die Öffentlichkeit – es gehört nicht verschwiegen, vertuscht oder verharmlost! Das ist der erste Schritt, um Mobbing effektiv entgegen zu treten und Mobbern keinen Nährboden zu liefern. Aber lest selbst in: Mobbing: Brief einer Mutter an ihr Kind

„Sie hat gesagt, sie will mich zusammenschlagen und mir einfach nur in’s Gesicht schlagen, wenn sie mich sieht!“

„Sie haben mich an den Armen und Beinen festgehalten und über den Schulhof gezerrt.“

„Sie haben ein Spiel erfunden, in dem es irgendwie darum ging, mich umzubringen.“

„Sie haben schon wieder mit Bällen auf mein Gesicht gezielt im Sportunterricht. Das machen die echt, während die Lehrerin daneben steht! Sie leugnen hinterher immer alles und nie bekommt ein Lehrer es mit.“

Zuckerfrei: Angebote statt Verbote

Obwohl wir selbst bei unserer Kleinen nur bis zum ersten Geburtstag auf Industriezucker komplett verzichtet haben und es mit dem Eintritt in die Kita dann irgendwie hinfällig war, fand ich den Artikel von Hebamme Zauberschön wunderbar erfrischend und interessant. Sie erzählt, wie zuckerfreie Ernährung beim Kleinkind aussehen kann: entspannt und ohne Verbote. Hier entlang zu: zuckerfreies“ Kleinkind- Ein Erfahrungsbericht

Er nahm sich eines dieser Schokoladeneier und begann mit seinen kleinen Fingerchen die Glitzerfolie zu entfernen. Ganz gemächlich und in aller Ruhe. Irgendwann hatte er es geschafft und hielt ganz stolz das Schokoladenei in der Hand. Schaute zu mir. Und ich sah vor meinem inneren Auge schon wie er es sich in den Mund steckte und zum ersten Mal den Geschmack von Schokolade im Mund hatte. Doch er kam zu mir gelaufen und beendete seinen Satz: „Mama, jetzt will ich aber auch mal… wieder dich füttern!“ kletterte zu mir auf das Sofa und steckte mir das Schokoei in den Mund. Er hatte weder daran gerochen noch geleckt noch auch nur einen Moment im Sinn gehabt es sich in den Mund zu stecken.

Ein altbackenes System

Arbeiten und kranke Kinder? Horrorszenarien einer jeden Familie. Wenn alles organisieren nicht hilft, muss einer zu Hause bleiben. Papa Pelz zeigt auf, wo Schwachstellen des Systems liegen und warum es keineswegs fortschrittlich ist oder gar zu einer modernen Gesellschaft passt. Unbedingt lesen: Das Kind ist krank? – Das System ist krank!

Was passiert also faktisch? In vielen Haushalten mit Kindern ist die Mutter/Frau diejenige mit dem geringeren Verdienst – folglich ist sie aus rein finanziellen Erwägungen schon eher diejenige, die bei kranken Kindern eher zuhause bleibt. Das Anschlussprogramm gibt’s gratis: Die übliche soziale Ausgrenzung, weil sie eben nicht ‚verlässlich‘ auf der Arbeit erscheinen kann. Die größeren Schwierigkeiten im beruflichen Aufstieg.

Über schlimme Hindernisse auf dem Weg zur Mama

Bevor blind auf den Link geklickt wird, hier ein Vorwort: Es handelt sich bei meiner letzten Leseempfehlung um einen unheimlich schockierenden und traurigen Geburtsbericht. Lesenswert – ja! Aber fühlt euch vorgewarnt: Das ist harter Tobak!

Dieser Artikel ist gestern noch kurzfristig auf meine Empfehlungsliste gehüpft, als ich ihn auf dem Motherhoodblog gelesen hatte. Er hat mich, wie zahlreiche andere Leser, viele Tränen gekostet. Ein Geburtsbericht, der mitleiden lässt und in Erinnerung ruft, dass wir uns alle unheimlich glücklich mit unseren Kindern schätzen können: Geburtsbericht der lieben Mia @vriesl

Als ich zum ersten mal Mama wurde, zerbrach meine Welt in tausend Teile. Im Nachhinein wissen wir, dass ich bereits zwei Wochen vor der verfrühten Geburt anfing Fruchtwasser zu verlieren und als ich damals dem Herrn Doktor beschrieb „Ich habe das Gefühl mir ständig in die Hose zu machen und mehrfach am Tag so komisch ziehende Unterleibsschmerzen.“ wurde ich nicht richtig untersucht und demnach konnte man am Tag der viel zu frühen Geburt leider nichts mehr tun. Es war für mich, trotz der Fehlgeburt 2011 irgendwie meine erste Schwangerschaft und ich war total naiv, weil mir kann ja nichts böses mehr passieren.

Die Welt ist halt nicht kunterbunt

Noch ne Muddi hat diese Woche über den gesellschaftlichen Farbenwahnsinn gebloggt. Hier geht’s zu: Pink stinks? Warum blau schlimmer ist als rosa…
Ein kleiner Vorgeschmack:

Rosa und pink haben es nicht leicht heutzutage. Man könnte sagen, dass diese Farben  ein echtes Imageproblem haben. Denn Eltern, die was auf sich halten, hassen diese Farben. Warum? Weil diese Farben für Schubladen stehen, in die man Mädchen stecken möchte. Pink und rosa suggerieren für viele Menschen Adjektive wie süß oder niedlich. Und das ist anscheinend schlecht. Babys und Kleinkinder sollten schon süß und niedlich sein, aber bitte nicht in rosa oder pink. Ich erkenne den Gedanken dahinter schon an und ich finde es mitunter auch doof, dass sich das Geschlecht in Form von Farben bereits in Stramplern manifestiert.

Wer dich mag, tut dir nicht weh

Ein beeindruckender und sehr starker Artikel kommt aus der Feder von Mama notes. Über den Umgang mit dem Geärgert Werden von unseren Töchtern. Hier geht’s zu: Ich glaub, der mag Dich! – Warum wir das unseren Töchtern nie sagen sollten, wenn sie geärgert werden.

Die Mütter erzählten mir dann recht schnell, dass der vielleicht einfach nur verknallt sei. Auch letztens bei unserer Familienfeier diese Diskussion. Ich nerve dann immer mit Erklärungsversuchen, warum ich das schrecklich und kontraproduktiv für beide Kinder finde. Und dass ich finde, dass es etwas über das Geschlechterrollenverständnis, über Liebe und Gewalt aussagt. Meistens komme ich mit meinen Erklärungsversuchen nicht weit. Deswegen muss ich das jetzt hier rauslassen. Bitteschön.

Bilder und Videos unter der Gürtellinie

Blogprinzessin hat sich dem anhaltenden Trend der Babyfotos und -videos angenommen, die in den sozialen Netzwerken munter geteilt werden und oft unter die Gürtellinie gehen. Hier geht’s zu: Ha ha ha – hast du DAS schon gesehen?

Da ist es (mit Verlaub) SCHEISSEGAL ob die Eltern, Verwandte oder wer auch immer das „witzige“ Posting zuerst ins Netz gestellt hat (ihr erinnert euch an den Jungen, welcher nach seinem Zahnarztbesuch nur Blödsinn redet weil er noch so benebelt ist von der Narkose? Auch so ein Beispiel)  sich irgendwie um die Würde der Kinder scheren. Das ist voll lustig. Haha wie witzig!

Traurige Kinderwünsche

Der Mann von Nordhessenmami hat einen traurigen Brief gefunden. Ich war nach dem Lesen sehr bestürzt und traurig – wie viele andere Leser auch. Hier entlang zu: Ein Brief für Dich.

Ich stelle mir vor, wie du vor diesem kleinen Stückchen Papier gesessen und dir überlegt hast, welchen Wunsch du aufschreiben könntest. Ich muss deine Sätze immer wieder lesen. Andere Kinder in deinem Alter wünschen sich vermutlich eine Puppe oder ein ferngesteuertes Auto. Aber du, du hast keinen materiellen Wunsch, du hast einen ganz besonderen Wunsch.

      Eure Jennifer

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