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Kinder richtig bestrafen mit Auszeiten – Ein Kommentar #Pampers #Auszeiten #Shitstorm

Teddy kuschelt auf Kissen - Kinder richtig bestrafen.

Seit heute Nacht muss sich Pampers einem Shitstorm stellen: Mit ihrer Veröffentlichung des Artikels Kinder richtig bestrafen: Auszeiten (hier geht’s zum Artikel) hat sich der als liebevoll geltende Windelriese, dem das Wohl unserer Kinder am Herzen liegt, ein Eigentor geschossen. Kinder richtig bestrafen. Alleine der Titel hört sich an als sei da jemand in der Vergangenheit stecken geblieben und habe die letzten Jahre pädagogischer Forschung einfach mal verschlafen. Jeder hat schon einmal etwas von Auszeiten gehört. Was Pampers hier propagiert, entzieht sich jeglicher Realitätsgrundlage, wie man sich bereits denken kann.

Ich möchte an dieser Stelle gleichzeitig auf den offenen Brief des Blogs Elternmorphose verweisen, der das Thema großartig und ausführlich aufarbeitet. Hier entlang zu „Wenn du das tust, gehörst du nicht dazu.“ – Eine Botschaft, welche an Grausamkeit kaum zu überbieten ist.

Fehlendes Verständnis

Auszeiten seien in einem Alter von 18-24 Monaten bis zu 5 Jahren sinnvoll. Kleinere Kinder würden die Methode nicht begreifen. Als ich das gelesen habe, musste ich lachen – und nicht vor Freude. Das Erdbeermädchen mit ihren fast 20 Monaten würde das bei weitem nicht verstehen. Aber wie soll ein Kind so etwas auch verstehen? Man soll das Kind ohne ein Wort auf einen vorher vorbereiten abseits stehenden Stuhl setzen. Keine Kommunikation. Keine Erklärung. Auch hinterher: Kein Wort mehr über das Geschehene verlieren.

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Noch einmal die Eingangsfrage: Wie soll ein Kind, gerade so ein junges Kind, verstehen, was da abgeht? Ein Kind kann so etwas doch gar nicht verstehen – es geht einfach nicht.

Liebesentzug als Bestrafung

Was ein Kind aber verstehen kann, und das ist noch schlimmer, ist, dass hier mit Liebesentzug bestraft wird. Zwar soll am Ende der Auszeit liebevoll auf das Kind zugegangen werden, aber vorher wird propagiert: Du bist kein Teil von uns, wenn du das tust. Dann mögen wir dich nicht mehr und du musst woanders und da alleine sein.

Was sich der Verfasser dabei gedacht hat? Nichts? Ich weiß es nicht. Ein Kind mit Liebesentzug zu bestrafen, ist mit das Grausamste, was man einem Kind antun kann. Und wieder verstehe ich nicht, womit sich die Redaktionsabteilung in den letzten Jahren beschäftigt hat – außer mit Windeln. Schon mal was von Urvertrauen gehört? Das war dieses Ding, das Kinder entwickeln sollen, um sich der Liebe der Eltern und dem Vertrauen zu den Eltern immer sicher zu sein. Ganz salopp gesagt.

Wer am Ende leidet, ist nicht Pampers

Ich kann nur den Kopf auf den Tisch legen und hoffen, dass sich die Marketing-Abteilung etwas ganz Großartiges einfallen lässt, um sich da rauszureden. So etwas wie „Wir wollten im Leben nicht sagen, dass Isolation eine geeignete Strafe ist“ oder „Das Wohl Ihrer Kinder liegt uns am Herzen – wir würden nie vorschlagen, ihnen psychische Gewalt anzutun“. Das Problem dabei ist: Genau das habt ihr getan, liebe Pampers-Redaktion! Shame on you!

Gerade, wenn man in einer solch großen Verantwortung ist, und das ist man bei einer derartigen Reichweite, darf so etwas nicht passieren. Das ist ein Faux-Pas mehr, das ist ein Skandal. Kinder richtig bestrafen… Tz! Ich hoffe, euch passiert so etwas nie wieder. Und ich hoffe es nicht um eurer Willen, euren Shitstorm habt ihr euch wohl verdient. Ich hoffe es um der Kinder willen, die unter diesen unreflektierten Ratschlägen leiden müssen.

      Eure Jennifer

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